PM | Das Neun-Euro-Ticket kommt – Einstieg in den Umstieg auf den ÖPNV

27. Mai 2022

Ab 1. Juni kommt es also, das Neun-Euro-Ticket: Ein Vierteljahr lang kostet eine Monatsfahrkarte im öffentlichen Personennahverkehr neun Euro. Damit sollen Bürger*innen deutschlandweit bei Mobilitätskosten entlastet und zum Umstieg vom Auto auf Bahn und Bus angeregt werden. Empörte Kritik an dieser Maßnahme ertönt nun von Vertretern der CSU. Sie fordern eine längerfristige Stärkung des Nahverkehrs durch den Bund. Tatsächlich befindet sich der ÖPNV vielerorts in Niederbayern nicht einmal in einem schlechten Zustand, vielmehr ist er einfach nicht existent. Das ist die traurige Bestandsaufnahme der Zustände nach zwölf Jahren, in denen die CSU in Berlin den Bundesverkehrsminister gestellt hat. Wer zukunftsfähige Mobilität besonders auf dem Land konsequent blockiert hat, ist jetzt nicht in der Position mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Die CSU hat in Bayern zukunftsfähige Mobilität im ländlichen Raum über Jahrzehnte konsequent verhindert! Sie ist dafür verantwortlich, dass heute „ländlicher Raum“ und „ÖPNV“ zwei sich gegenseitig ausschließende Begriffe sind. Jahrzehntelang wurde der Nahverkehr von der CSU und der Straßenbaulobby kaputtgemacht, siehe Wikipedia „Liste der stillgelegten Eisenbahnstrecken in Bayern“.

Und leider hat die CSU nichts dazu gelernt. Wer im Jahr 2022 die „Erschließung des ländlichen Raums“ einseitig im weiteren Ausbau von Straßen und Autobahnen und im Betonieren unserer Landschaft sieht, der beweist, dass es in seinem Einflussbereich um die Zukunftsfähigkeit unserer Heimat schlecht bestellt ist.

Ein kleiner Lichtblick: Der neue bayerische Verkehrsminister hat sich zwar sehr laut über das 9-Euro Ticket empört, im Bundesrat „mit der Faust in der Tasche“ aber dann doch zugestimmt.

Damit besteht nach viel gutem Zureden doch noch Hoffnung für die Menschen in Niederbayern, dass die CSU auch einmal die Interessen derjenigen vertritt, die für sich und unsere Heimat eine Mobilität jenseits des Autos einfordern.

Es freut mich, dass alle Vorverkaufszahlen für das Neun-Euro-Ticket so vielversprechen sind und auch die Bürgerinnen und Bürger Bayerns den vorhandenen ÖPNV zu diesem Preis nutzen können.

 

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